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Necroscope 17: Nestors Rache
Literatur 23.06.05

von  Ingo Ahrens

Der titelgebende Balg Harry Keoghs spielt zu Beginn dieses Bandes noch keine Rolle; zunächst wird die im Vorgänger begonnene Erzählebene um das E-Dezernat und Nathan Kiklu, Nestors Zwillingsbruder fortgesetzt. Dieser muss in der Gewalt der russischen ESPer in Perchorsk um sein Leben fürchten und kann nur mit besonderer Hilfe dem Würgegriff des machthungrigen Turkur Tzonov entkommen.

 

Auf der anderen Seite des Tores geht es dann schließlich weiter mit dem Rückblick auf Nestors Aufstieg bei den Whampyri der Wrathspitze. Dort hat er seinen Platz gleichberechtigt neben den alteingesessenen eingenommen und hat mit Canker Canisohn sogar einen guten Freund unter den Lords; macht sich allerdings im späteren Verlauf auch einen erbitterten Feind, wenn nicht gar zwei! Nestor entdeckt seine Fähigkeit der Nekromantie; er kann Tote quälen und befragen und so Informationen gewinnen, die sonst verloren scheinen. Eine pervertierte Form der Fähigkeit seines Vaters, sozusagen, die er auch weidlich ausnutzt. Ebenso weidlich vergeht er sich an den Szgany bei den nächtlichen Jagden auf Sunside und holt sich gar eine alte "Freundin" auf die Feste. Dann jedoch wird ihm erst bewusst, wen er wirklich begehrt: die Lady Wratha...

 

Den meisten Raum dieses Bandes nehmen die Schilderungen um Nestor ein, die, wie üblich, mit reichlich Sex & Gore gespickt sind. Lumley behält diesen Stil also konsequent weiter bei, eine gewisse Ermüdung bei der x-ten Vergewaltigung oder brutalen Ermorderung kann er damit aber nicht verhindern. Die Mentalität und Brutalität der Whampyri ist ja nun wichtiger Bestandteil und Markenzeichen dieser Saga, aber was zu Beginn noch durch Exzessivität für Schauer gesorgt hat, nutzt irgendwann einfach ab. Wer's (noch) mag, wird zweifellos auf seine Kosten kommen. Die üblichen Intrigen auf der Feste werden auch weitergesponnen und man darf am Ende wirklich gespannt sein auf den Folgeband, wie es denn wohl weitergeht mit Nestors und Wrathas Techtelmechtel.

 

Weniger spektakulär, aber dennoch nicht weniger spannend, ist die Handlungsebene um Nathan in unserer Welt. Wie wird er sich hier schlagen, wird er vielleicht nur ausgenutzt werden, und wird Tzonov seine Umsturzpläne noch durchführen können? Die nächsten Bände werden es zeigen.

 

Fans der Reihe greifen ohnehin zu und können dies ohne Bedenken auch tun; wie üblich hält Lumley keine wirklichen Überraschungen bereit, aber eine konsequente Fortführung der großen Geschichte um die Whampyri. Wer vom Necroscropen bisher noch nichts gelesen hat, wird seine Schwierigkeiten haben, dem Geschehen zu folgen und ist besser beraten, wenigstens drei Bände vorher zu beginnen, um einigermaßen den Durchblick zu bekommen. Oder gleich mit Band 1, das schadet natürlich auch nicht. Also: Pflichtkauf für Fans, alle anderen lassen besser Vorsicht walten.


Necroscope 17: Nestors Rache
Brian Lumley
Festa-Verlag 2005, 11,- EUR
Paperback, 240 Seiten


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