Eigentlich ist's mit dem Necroscope ja vorbei - Harry Keogh starb im vorigen Band spektakulär. Diese Ereignisse aus anderer Perspektive werden auch im Konzil der Vampire (im Original nicht unter dem Necroscope- sondern Vampyreworld-Label erschienen) noch einmal angerissen. Harry ist zwar (soweit erstmal) wirklich tot, aber der Necroscope hat Nachkommen - seine beiden Zwillingssöhne Nestor und Nathan, offenbar (soweit sich das den spärlichen Informationen entnehmen lässt) einer der "Gute", der andere die "Böse" Seite des Vaters. Allzuviel erfährt man aber noch nicht über Harrys Brut, dieser Band dreht sich vielmehr um die Entstehung/Entwicklung der Vampire von Starside, ihre Intrigen und Machtkämpfe. Es herrscht alles andere als Einigkeit unter den Whampyri (soweit nichts Neues!) und es scheinen sich immense Bedrohungen zu entwickeln. Welche Rolle Harrys Söhne dabei spielen, wird sich wohl erst im folgenden Band zeigen...
Ohne Harry wirkt Lumleys Vampirsaga doch gleich viel frischer und interessanter - diesen Effekt erlebte jedenfalls der Rezensent. Die Charaktere der auftauchenden Whampyri sind zumeist skurril und interessant, ihre Fehden und Streitigkeiten stehen denen der Menschen nicht nach (kein Grund aber, ihnen Menschlichkeit nachzusagen...). Dieser "Neuanfang" bringt Schwung in Lumleys Geldmaschine *äh* Vampirsaga, freilich ohne dabei wirklich etwas Neues zu erzählen. Ob er sich in den folgenden Bänden dann doch wieder in Klischees verliert (böser Zwillingssohn vs. guter Zwillingssohn etc.), muss sich zeigen. Wie Festa kürzlich ankündigte, hat Lumley dafür jedenfalls reichlich Zeit - alles in allem wird die Necroscope-Reihe in ihrer deutschen Ausgabe seinem Überschlag nach auf 34 Ausgaben kommen...
Diesen Band nun kann ich auch Necroscope-Neulingen uneingeschränkt zum Lesen empfehlen; der Einstieg ist lange nicht so schwer wie zuvor, wenn natürlich auch hier und da einiges Vorwissen fehlt. Den Fans der Reihe kann ich einen Kauf sowieso nicht ausreden, also versuch ich's gar nicht erst. Wäre aber auch gar nicht nötig, denn dieser Band ist spannend zu lesen und gehört definitiv zu den besseren der Reihe.