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Der tanzende Tod
Literatur 15.09.05

von  Ingo Ahrens

Die Inhaltsangabe auf der Rückseite dieses Buches darf der neugierige Leser nicht ganz für voll nehmen - sie ist in einem entscheidenden Punkt falsch und klingt wie von jemandem verfasst, der das Werk vor Jahren mal gelesen hat und nun etwas durcheinanderwürfelt. Also nein - Jonathan Barrett hat keinen Sohn von Nora Jones, die ihn einst zum Vampir machte! Das Balg stammt vielmehr von seinem Abenteuer mit Clarinda Fonteyn, was trotz aller Freude, die er an ihm hat, ein ziemliches gesellschaftliches Problem für Jonathan darstellt. Als ob er nicht schon genug Sorgen hätte, schließlich hat er sich auch noch mit einer Truppe skrupelloser Gentlemen angelegt, die nach seinem Leben trachten. Die Gelegenheit zur Rache bietet sich ihnen schließlich, und am Ende auch der wahnsinnigen Clarinda - wie das ausgeht, sei hier nicht verraten, wohl aber, dass dem guten Jonathan doch tatsächlich auch etwas Positives wiederfährt: Nora Jones wird zwar in der Inhaltsangabe in völlig falschem Zusammenhang genannt, spielt aber dennoch eine große Rolle in diesem Roman...

 

Wer die Vorgänger nicht gelesen hat und mit diesem Band einsteigt, wird bereits einige Schwierigkeiten haben, dem Geschehen zu folgen und die Zusammenhänge zu verstehen. Geschrieben ist Jonathan Barretts neuestes Abenteuer wie gewohnt souverän und mit Leidenschaft, allerdings auch ziemlich weitschweifig. Drei Viertel des Buches werden mit eher dünner Handlung und viel Geschwafel verschwendet; gewiss passiert durchaus Interessantes und Wichtiges! Dennoch ermüdet die Redseligkeit der Autorin nach einer Weile, und der Gedanke „Viele Worte um nichts“ spukt im Schädel des Lesers umher. Am gehetzt abgewickelten Ende merkt man dann, wie der Autorin der Platz ausging - in diesem Teil passiert mehr als dem ganzen Rest des Buches zuvor, was einen unangenehmen Kontrast bildet. Etwas mehr Disziplin zu Anfang hätte hier wohl mehr Luft geschaffen und den ganzen Roman entspannter wirken lassen.

 

Nichtsdestotrotz ist auch dieser Band durchaus unterhaltsam und mit Laune zu lesen, vor allem, da nun etwas Fahrt in Barretts Beziehung zu Nora kommt. Wer reinschnuppern möchte, sollte direkt zum ersten Band der Reihe, „Der rote Tod“ greifen und dann entscheiden, ob er an dieser Art Geschichte Gefallen findet. Wem Jonathan Barrett bereits aus den Vorgängern vertraut ist, darf hier zugreifen und wird die Schwächen des Romans sicher verzeihen.


Der tanzende Tod
P. N. Elrod
Festa-Verlag 2005, 12,95 EUR
Paperback, 384 Seiten


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