„Tage des Mondes“ ist bereits der dritte Abenteuerband aus dieser Reihe, und von der Aufmachung her fügt er sich bestens in die Reihe der bisher erschienenen Bände ein. Ein buntes Softcover, klare Aufgliederung des Abenteuers, viele Hinweise für nicht ganz so erfahrene Spieleiter und Fotos aus den 1920er Jahren, die für das notwenige Flair beim Lesen sorgen.
Die obligatorische Kurzgeschichte zu Beginn von Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler ist eine nette Zugabe, immerhin findet die bisher erschienen drei Teile in dieser Ausgabe vorläufig ein feuriges Ende.
Für den Spielleiter aber dürfte das Abenteuer wichtiger sein. „Tage des Mondes“ von Andreas Melhorn bringt als zentrales Thema erstmals in der Hexer-Reihe den Wahnsinn in den Zentrum der Handlung. Schauplatz ist zunächst die Baltimore-Klinik in England, in der eine Reihe unerklärlicher Vorfälle auftreten, so dass der Leiter die „Helden“ (kann man bei der Hexer-Reihe ruhig sagen) zu Hilfe holt. Hier spielt nun der erste Teil des Abenteuers, und dank des schönen Gebäudeplanes und den übersichtlich strukturierten Spieler- und Spielleitermöglichkeiten hat man hier reichlich Gelegenheit, die Spieler mit dem Wahnsinn der Patienten und mit Schlimmeren zu konfrontieren.
Der zweite Teil des Abenteuers spielt nicht in der realen Welt; es ist eine bizarre Alternativwelt, wohin die Charaktere es verschlägt, um zu retten, was noch zu retten ist. Hier finden einige interessante Begegnungen statt, ehe man wieder in die Realität zurückkehrt. Hier gilt es nun, sich dem Endgegner zu stellen, passenderweise abermals in einem Sanatorium. Einige Hindernisse führen letztendlich zum großen Showdown, wo die Spieler auf eine Prominenz aus dem Hexer-Universum treffen werden…
Das Abenteuer ist – wie die anderen Hexer-Abenteuer auch - sehr einsteigerfreundlich geschrieben. Thema ist diesmal der Wahnsinn, nicht wissenschaftlich-psychologisch ernst, sondern gerade so wie er in den B-Movies des letzten Jahrhunderts dargestellt wurde. „Tage des Mondes“ bietet daher ein ausgesprochen gutes pulpiges Abenteuer zu einem günstigen Preis, das Material für etliche rasant-amüsante Spielabende verspricht. Daher kann es auch für erfahrene Cthulhu-Veteranen eine erfrischende Abwechslung sein, sich aus der Richtung Pulp mal dem Wahnsinn zu nähern.