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Omen - Das Horrorjournal No. 1
Literatur 10.11.03

von  Ingo Ahrens

Da ist es also - das Horrormagazin des Festa-Verlags, sozusagen ein Kindheitstraum von Frank Festa. Im handlichen Paperback und damit unbedingt reisetauglich gibt es eine Mischung aus Interviews, Backgroundinformationen, Illustrationen, Rezensionen und Stories aus allen Bereichen der fantastischen Literatur.

 

Zur Optik: Kommt auf den ersten Blick etwas dröge daher, Typus "Bleiwüste". Die wenigen Illustrationen sind aber überwiegend gut gelungen, und letztlich wäre es einem Magazin mit Schwerpunkt Literatur, grad im Buchformat, wohl auch abträglich, zuviel mit optischen Spielereien zu arbeiten und den Textfluss zu stören. Insofern also als dem Zweck angemessen zu bezeichnen. Nur die simpel schwarz hinterlegten Überschriften, da würde ich mir sehr wünschen, eine etwas schöner gestaltete Möglichkeit zu finden.

 

Zum Inhalt: Von Kim Newman hatte ich schon Einzelnes gelesen, Jeffrey Thomas kenne ich vom Hörensagen, Michael Marshall Smith gar nicht - können mich da Interviews mit solchen Leuten wirklich interessieren? Überraschenderweise ja! Solche Plaudereien aus dem Nähkästchen haben etwas für sich, auch wenn man die Autoren und ihre Werke (noch) gar nicht kennt. Das Interview und die zusätzlichen Infos zu Kim Newman stechen hierbei besonders hervor und machen Lust auf mehr; vielleicht erwartet uns ja demnächst ein deutsche Ausgabe der ANNO DRACULA-Romane? Die übrigen Artikel sind leidlich spannend und in der Länge auch so bemessen, dass man sich auch bei geringem Interesse nicht langweilt. Den grö§ten Teil nehmen dann natürlich die Stories ein, die einen sehr schönen Querschnitt bieten, wobei das Thema "Vampire" in dieser Ausgabe einen groben Schwerpunkt darstellt. Die Auswahl ist gut, mir haben besonders Michael Marshall Smiths "Der Mann der Katzen zeichnete" und William Hope Hodgsons "Die Insel des Ud" gefallen - unglücklicherweise fiel das Ende gerade dieser Geschichte einem Satzfehler zum Opfer; ganze fünf Seiten fehlen, sollen aber mit der nächsten Ausgabe nachgereicht werden. Auch ein Weg, die Spannung zu erhöhen ;-) Ansonsten halten sich Druckfehler noch im Rahmen, einem geübteren Auge stechen sie natürlich immer etwas stärker hervor.

 

Insgesamt ein guter Anfang für dieses ambitionierte Projekt; nicht grandios, aber viel versprechend. An der optischen Gestaltung darf in Details gerne noch gefeilt werden, die inhaltliche Vielfalt ist sehr gelungen, die Auswahl der Stories ausgezeichnet; lediglich die Buchbesprechungen empfand ich überraschenderweise irgendwie fehl am Platze. Vielleicht wäre der Raum doch besser für eine weitere Story o. ä. vergeben worden? Wer sich hauptsächlich für Stories und ein wenig auch für Sekundärliteratur begeistert, ist mit OMEN gut bedient. Wer seinen Schwerpunkt eher auf Zweiteres legt, mag enttäuscht werden - ich bin es nicht, ja sogar froh, dass die befürchtete Drögheit vergleichbar eines "Das Schwarze Geheimnis" (das sicher nicht schlecht war, aber eben... dröge) ausgeblieben ist. Meinen Glückwunsch für diesen tollen Start an Frank Festa!


Omen - Das Horrorjournal No. 1
Festa-Verlag 2003, EUR 12,95
Paperback, 192 Seiten


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