Dies ist nun der dritte Band um Jonathan Barrett, der im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg starb und als Vampir wiederkehrte. Nach wie vor sucht er seine große Liebe Nora, dieses Mal vor Ort in London sogar, denn die Familie zieht sich aufgrund der Kriegswirren nach und nach aus Amerika zurück. So gelangt auch Jonathan nach einer "verschlafenen" Seereise wieder nach England und trifft alte Freunde und die Familie. Es dauert nicht lang, bis es zu ersten Liebeleien und Fehden kommt, doch erst am Ende soll sich herausstellen, wie eng beides miteinander verknüpft ist. Am Ende ist Jonathan um einige Narben und Erfahrungen reicher – und einer weiteren Person, die von nun an in seinem Leben eine ganz besondere Rolle spielen wird, obwohl sie nur ein Kind ist...
Tja, der Vorgänger hat mir durchweg gut gefallen, war erfrischend "anders" und launig zu lesen. Dagegen fällt dieser Band doch überraschend stark ab für meinen Geschmack, obwohl es auch hier einige sehr unterhaltsame Momente gibt. Die Handlung kommt überaus langsam in die Gänge, die ersten 100 Seiten lassen sich getrost überblättern, und auch danach wird es erst allmählich interessant. Der Höhepunkt ist zweifellos das Degenduell, wenngleich auch danach noch einige besondere Überraschungen harren. Man mag sich, mangels Handlung, anfänglich aber daran erfreuen, dass die Autorin den Platz darauf verwendet, die Zeichnung der Charaktere zu vertiefen, speziell natürlich von Jonathan Barrett. Dass auch Vampire anscheinend mehr mit dem Schwanz (pardon) denken als dem Kopf, ist man in diesem Genre ja schon gewöhnt... Wenigstens lernt er besser mit seinen Vampirfähigkeiten umzugehen und sie einzusetzen, was ihm auch langsam anzuraten ist. Sich als Vampir in einer solchen "höfischen" Gesellschaft herumzutreiben und dabei zu versuchen, völlig normal zu wirken, birgt schließlich mehr Risiken, als er sich das bisher wohl vorgestellt hat. Die Trennung von seinem bisherigen Leben fällt ihm als Untoter außerordentlich schwer und man fragt sich, ob sie ihm je gelingen wird oder ob er die Gratwanderung beibehalten kann, ohne seine Familie zu gefährden. Das wird sicher ein wichtiger Punkt in den folgenden Bänden sein, nehme ich an.
Fazit: Etwas ermüdend, aber für Fans des Genres und der bisherigen Bände zweifellos ein lesenswertes Buch. Mir persönlich allerdings gefallen von der Autorin die Geschichten um Jack Fleming besser.