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Berufe in der Raumfahrtzeit
Raumfahrtzeit 01.06.03

von  Gero "Zodiak" Pappe

Ein paar neue Berufe für die Raumfahrtzeit

Im großen und ganzen lassen sich fast alle Berufe anderer Epochen in die Raumfahrtzeit übertragen. Hier folgen nur ein paar Beispiele weiterer Möglichkeiten.

 

 

Studiotechniker / Tontechniker

Die Tontechnik wurde seit den ersten kommerziellen Aufnahmen vor der Jahrhundertwende stetig verbessert, aber die grundlegendsten Verbesserungen kamen während der Raumfahrtzeit, deren Standards heute noch Maßstäbe setzen. Die Musiker dieser Zeit hatten eine engere Verbindung zu ihren Technikern und kannten die Studiotechnik besser als je zuvor in der Geschichte, viele neue Entwicklungen in technischer und musikalischer Hinsicht entsprangen dieser Kooperation. Bedeutende Musiker wie z.B. Edgar Froese hatten zuerst eine professionelle Ausbildung zum Tontechniker abgeschlossen, bevor sie selbst erfolgreiche Musiker wurden. Als dagegen zum Ende der Raumfahrtzeit die innovative Psychedelische und Progressive Musik vom kommerziellen Glamrock verdrängt wurde, verstanden die Studiotechniker oft mehr von der Musik als die Interpreten und kreierten den Klang weitgehend alleine; zum Verständnis sollte man sich den Film "Phantom in Paradise" von Brian Palma aus dem Jahr 1974 ansehen.

 

Der Studiotechniker ist ein professioneller Techniker mit einer Ausbildung, der täglich mit hochwertigen und komplizierten Geräten umgehen muss. Manche von ihnen stehen mit hochkarätigen Stars in Verbindung, andere müssen sich mit weniger bedeutenden Projekten auseinandersetzen, die oft weit unter ihrem eigentlichen Niveau liegen. Aber gerade die Arbeit für grottenschlechte Schlager- und Volksmusik sind der sicherste Job. Viele Studiotechniker haben eigene musikalische Ambitionen, die sie nur selten umsetzen können.

 

8 Berufsfertigkeiten

1.Elektronik

2.Tontechnik

3.Elektrische Reparaturen

4.Horchen

5.Mechanische Reparaturen

6.Fahren: Auto

7.Fremdsprache: Englisch (falls Englisch nicht Mutterprache ist)

8.Physik

 

Die neue Fertigkeit Tontechnik:

Tontechnik beinhaltet die Kenntnis und Bedienung der aktuellen Studiotechnik, Effekt- und Aufnahmegeräte. Außerdem sind Kenntnisse in Tonphysik und ein geschultes Gehör vorhanden. Der SC kann mit dieser Fähigkeit unsaubere Töne hören und heraus filtern; er kann feststellen, welche Effekte, Filter und Echos eingesetzt wurden, er kann z.B. sagen, ob die verwendete Elektronikorgel eine Hammond oder Wurlitzer ist und mehr.

 

Kontakte:

Musiker, Produzenten, Hersteller und Händler von Audiogeräten, Roadies.

 

Besonderheiten:

Der Tontechniker kann durch sein geschultes Gehör Geräusche besser trennen und analysieren als andere Menschen. Selbst wenn er die Herkunft eines seltsamen Geräusches nicht kennt, wird er eher Vermutungen über seine Entstehung anstellen können. Außerdem ist er nicht so leicht von akustischen Effekten zu beeindrucken - seine Haupttätigkeit besteht darin, mittelmäßige Musiker aufzupeppen.

 

Roadie

Der Roadie ist ein Angestellter, der die Ausrüstung von Bands transportiert und aufbaut. Notwendig sind neben entsprechender Körperkraft auch Improvisationstalent, technische Kenntnisse und Durchsetzungsvermögen. Er muss sich zudem häufig mit aufdringlichen Fans, Dieben, feindseligen Einheimischen und unwilligen Helfern herumschlagen - mitunter sogar wortwörtlich. Zunächst war Roadie ein reiner Gelegenheitsjob, aber bald entwickelte sich eine eigene Branche, die professionell die Logistik der Konzerte übernahm. Die Einkünfte eines Roadies sind je nach seinem Einsatzgebiet sehr unterschiedlich, je nach dem ob er ein einfacher Lastenträger ist, ein Experte, der die kostbaren Geräte aufbaut und anschließt, oder ein Planer, der in der höheren Organisation tätig ist.

 

8 Berufsfertigkeiten

1.Elektronik

2.Elektrische Reparaturen

3.Mechanische Reparaturen

4.Fremdsprache: Englisch (falls Englisch nicht Mutterprache ist)

5.Faustschlag

6.Fußtritt

7.Verborgenes Erkennen

8.Feilschen

 

Kontakte:

Musiker, Groupies, Konzertveranstalter.

 

Besonderheiten:

Der Roadie ist lange Reisen und unangenehme Überraschungen gewohnt. Er verfällt seltener in Panik, sondern wird nach einer praktischen Lösung suchen.

 

Groupie

Das Groupie läßt sich mit dem Flapper der 20er Jahre vergleichen, in beiden Fällen handelt es sich normalerweise nicht um Prostituierte, sondern um gewöhnliche Mädchen, die viel in einer bestimmten Szene verbringen und der gängigen Mode folgen, aber im Alltag ein bürgerliches Leben führen. Ein sensationslüsternes, hyperkritisches Bürgertum hängt ihnen einen unglaublich exzessiven und lasterhaften Lebensstil an, der in den meisten Fällen grenzenlos übertrieben ist. Viele der sogenannten Groupies sind durchschnittliche weibliche Fans, die bemüht sind, ihren Stars möglichst nahezukommen und sich gelegentlich Zugang zum Backstagebereich verschaffen. Allerdings gibt es unter ihnen auch ganz seltene Fälle, die sich zu Edelprostituierten entwickeln und ein luxuriöses Leben an der Seite der Rockstars verbringen, manche von ihnen gelingt es sogar, selber in der Musikszene auftreten zu können. Frank Zappa finanzierte z.B. einer Gruppe von Groupies eine eigene Band und ermöglichte ihnen Auftritte und Plattenverträge. Allerdings reichte das musikalischen Können nicht aus, um ihnen den erhofften Erfolg zu bringen - nach den niedrigen Maßstäben in der heutigen Popszene hätten sie vielleicht eher große Chancen gehabt.

Das typische Groupie hat allerdings einen bürgerlichen Beruf oder lebt noch vom Einkommen seiner Eltern; und der Lebenswandel ist keineswegs so wild, wie es der Laie vermutet.

 

8 Berufsfertigkeiten

1.Feilschen

2.Psychologie

Ansonsten Fertigkeiten des ausgeübten Berufes.

 

Kontakte:

Musiker, Roadies.

 

Besonderheiten:

Das Groupie kennt sehr viele Freunde und ist den Umgang mit allen Arten von Menschen gewohnt. Es gelingt Groupies sehr schnell, Kontakte zu knüpfen.

 

Rockmusiker

Die Musikszene der 60er Jahre wies zwar unzählige Musikstile auf, doch dies war den Musikern damals noch nicht bewusst. Sie machten einfach ihre Musik und kümmerten sich nicht darum, ob diese einer bestimmte Szene oder Richtung entsprach. Die zahlreichen Stilrichtungen dieser Zeit wurden erst posthum benannt, um eine Übersicht in der geradezu explodierenden Vielfalt zu finden. Wenn ein Musiker 1967 z.B. Psychedelic Rock spielt, hätte er das damals nicht so genannt; er war einfach Rockmusiker. Für den heutigen Spieler ist es aber notwendig und sehr hilfreich, seinem SC einem bestimmten Musikstil wie z.B. Psychedelic, Mersey Beat, Progressiv, Jazz-Rock, etc. zuzuordnen, wobei dann aber die zeitliche Datierung, Lokalisierung und Instrumentierung stimmen sollte.

 

Das Einkommen der Musiker war gerade in den 60er Jahren sehr niedrig. Während konventionelle U-Musik gute Verdienstmöglichkeiten bot, war die als rebellisch geltende Rockmusik noch nicht kommerzialisiert. Die meisten der unzähligen Gruppen verdienten nicht einmal genug, um ihre Ausgaben für Instrumente hereinzuholen. Nur sehr wenige Gruppen konnten überhaupt von ihrer Musik leben, die meisten Musiker mussten in anderen Berufen arbeiten um ihre Band finanzieren zu können. Gruppen, die wirklich gut verdienten, wie z.B. die Beatles, Who oder Cream, waren Ausnahmeerscheinungen. Ab 1970 änderten sich die Bedingungen, Plattenfirmen machten einen riesigen Umsatz und einzelne Gruppen machten einen gewaltigen Gewinn, was die Musikszene spaltete. Auf der einen Seite entwickelte sich der anspruchslose Glamrock, auf der anderen Seite waren die aus dem Psychedelic hervorgegangenen Progressivgruppen (z.B. Van der Graf Generator, Rarebird, frühe Musik von King Crimson, Nektar und Gentle Giant), die anspruchsvolle Musik machten, aber kaum Geld verdienten und mit der Ölkrise meist wieder verschwanden. Einige einst progressive Gruppen überstanden die Krise, indem sie ihre anspruchsvolle Musik aus den späten 60ern aufgaben und kommerziell wurden - z.B. Pink Floyd, Emerson Lake & Palmer und Genesis. Deutsche Musiker verdienten übrigens immer wesentlich weniger als anglo-amerikanische Gruppen. In Deutschland ist die Datierung leicht verschoben. Während der qualitative Höhepunkt der Anglo-amerikanischen Gruppen von 1967 bis 1970 dauerte, lag er bei Deutschland zwischen 1970-73.

 

Die meisten Musiker hatten Kontakt mit Drogen, in erster Linie Alkohol, aber nur wenige pflegten wirklich die wilden Exzesse, die ihnen von einer neidischen Bevölkerung angedichtet wurden. Die Psychedelic-Szene z.B. war zwar sehr stark durch Cannabis und unversetztes LSD und anderer Halluzinogene geprägt, aber es gab wesentlich weniger Probleme oder Suchtfälle als in späteren Musikszenen, die weniger verrufen waren, aber wesentlich gefährlichere und schädlichere Narkotika und Amphetamine propagierten. Auch die ständigen wilden Sexorgien entsprangen meist nur der verdrängten Wunschphantasie des Kleinbürgertums. Allerdings war die Musik eine Rebellion gegen überholte Vorurteile und spießige Vorstellung, und bediente auch die Vorurteile ihrer Gegner. Nicht umsonst hat die Elektrogitarre mehr für die Veränderung der Gesellschaft als die Maschinenpistole getan.

 

Ein Rockmusiker der frühen Raumfahrtzeit ist also eher ein ambitionierter Revolutionär, ein rebellischer Hedonist oder experimentierfreudiger Avantgardist, während ein Rockmusiker gegen Ende der Raumfahrtzeit auch ein zynischer Star sein kann. Ein progressiver Musiker um 1970 kann auch als ästhetischer Perfektionist auftreten, der bewusst gegen die breite Masse spielt.

 

8 Berufsfertigkeiten

1.Kunst/ Musik/Instrument Elektronik

2.Tontechnik

3.Elektrische Reparaturen

4.Horchen

5.Fremdsprache: Englisch (falls Englisch nicht Mutterprache ist)

6.Überzeugen

7.Psychologie

8.Überreden

 

Kontakte:

Musiker, Produzenten, Groupies, Roadies, Konzertveranstalter

 

Besonderheiten:

Der Rockmusiker kennt theatralische Auftritte. Auch wenn er selbst zu der eher dezenten Sorte gehören sollte, hat er oft genug melodramatische Kollegen und Konkurrenten beobachtet. Das Charisma obskurer Sektenführer wirkt auf ihn daher weniger stark, da religiöse Führer gerne ähnliche Tricks anwenden wie andere Darsteller im Showgeschäft.

 

Ein Großteil des monatlichen Einkommens ist fest für laufende Kosten verplant, wenn man davon ausgeht, dass der Lebensstil dem Einkommen entspricht. In diesem Fall kann man auch davon ausgehen, dass ein SC die alltäglichen Güter besitzt, die für seine soziale Klasse, seinen Beruf und wichtigsten Hobbies typisch sind; ein Handwerker besitzt Werkzeuge; ein Musiker Instrumente und eine gute Hifi Anlage, der Bergsteiger Kletterausrüstung, der Politiker eine teure Limousine. Etwa 10% des Einkommens (bei Spitzenverdienern erheblich mehr, bei der Unterschicht weniger) sollte für Extraausgaben übrig bleiben, die unerwartete Abenteuer mit sich bringen und nicht zu dem bisherigen Lebensstil passen.

 

Verdienste in der Raumfahrtzeit

Monat Brutto

Industriearbeiter

Öffentl. Dienst

Bundestags- abgeordneter

1967

900

1100

4100

1968

950

1150

4950

1969

1000

1200

5000

1970

1100

1300

5900

1971

1250

1600

6050

1972

1400

1800

6100

1973

1500

2000

6400

1974

1700

2130

7680

 

Alternativ kann auch das Jahreseinkommen mit 1W10 ausgewürfelt werden. Ein Beruf sollte dann passend gewählt werden.

 

W10

W10

1

9500

6

4700

2

15000

7

62500

3

22000

8

125000

4

28000

9

187500

5

34500

10

312500

 

 

1970 verdienen weiße Söldner als Ausbilder in Kambodscha und ähnlichen Krisengebieten 5000 - 7000 Mark monatlich, ein Feldwebel bei der Bundeswehr 980 - 1330 Mark monatlich. Jimi Hendrix kassierte für einen lukrativen Auftritt zu dieser Zeit um die 60000 Mark Gage, Rockgruppen wie Spooky Tooth 20 000 Mark, deutsche Gruppen oft nur 800 bis 1600 Mark. Ein Architekt verdient um die 2300, eine niedere Büroangestellte 600 Mark.

 

Ein Großteil des monatlichen Einkommens ist fest für laufende Kosten verplant, wenn man davon ausgeht, dass der Lebensstil dem Einkommen entspricht. In diesem Fall kann man auch davon ausgehen, dass ein SC die alltäglichen Güter besitzt, die für seine soziale Klasse, seinen Beruf und wichtigsten Hobbies typisch sind; ein Handwerker besitzt Werkzeuge; ein Musiker Instrumente und eine gute Hifi Anlage, der Bergsteiger Kletterausrüstung, der Politiker eine teure Limousine. Etwa 10% des Einkommens (bei Spitzenverdienern erheblich mehr, bei der Unterschicht weniger) sollte für Extraausgaben übrig bleiben, die unerwartete Abenteuer mit sich bringen und nicht zu dem bisherigen Lebensstil passen.



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