So ist das manchmal, wenn man Vorurteilen freien Lauf lässt und daher den ersten Band einer "Vampirsaga" *vade-retro-satanas* nicht liest - man liest dann vielleicht irgendwann Band Numero 2 und ärgert sich, nicht auch schon den Vorgänger verschlungen zu haben.
Jedenfalls geht es mir jetzt so mit P. N. Elrods Reihe um den Vampirdetektiv Jack Fleming. Glücklicherweise fällt der Einstieg aber bei weitem nicht so schwer wie beispielsweise bei Necroscope. Wer erst mit "Blutjagd" auf Jack Fleming stößt, wird sich rasch einlesen...
Denn Jack Fleming ist noch nicht lange Vampir und er muss sich an manche Begebenheiten seines neuen Daseins erst noch gewöhnen. Zusammen mit seinem Freund Escott, ein Privatschnüffler, dem er ab und an zur Hand geht, bekommt er es in "Blutjagd" mit skurrilen, aber auch tödlich gefährlichen Gegnern zu tun, die offensichtlich die Geheimnisse seiner Vergangenheit kennen. Zunächst gibt er jedoch verdrossen seine Suche nach Maureen, der Lady, die er liebte und die ihn zum Blutsauger machte, auf - und löst damit einige Reaktionen aus, die in sich bald überschlagende Ereignisse ausufern! Da wären zum einen ein selbsternannter Vampirjäger und sein junger Gehilfe, die jedoch kaum zu einer wirklichen Gefahr werden. Der Kontakt zu einer alten Dame, die behauptet, die Schwester von Maureen zu sein, beginnt da doch vielversprechender und weckt neue Hoffnungen in Jack. Doch als seine neue Geliebte Bobbie entführt wird, enthüllen sich die wahren Ziele der Dame...
Wie schon angedeutet, war ich sehr positiv überrascht, trotz gewisser Vorbehalte - es macht ungemein Spaß, dieses Buch zu lesen! Ok, es ist kein Stück gruselig, aber sehr unterhaltsam! Die Autorin bringt sehr schön die Stimmung typischer 30er/40er Jahre Privatdetektiv-Stories rüber, die Ausdrucksweise und den Sarkasmus. Dazu kommt der feine Humor Jack Flemings, sei er nun selbstironisch, wenn es um seine eigenen noch ungewohnten neuen Fähigkeiten und Schwierigkeiten geht, oder wenn die Amateur-Vampirjäger ihm mit Hollywood-Methoden den Garaus zu machen versuchen - P. N. Elrod bringt dies sympathisch und glaubwürdig rüber, ohne Holzhammer und Kalauer.
Das Finale gerät ein wenig unübersichtlich, trübt dadurch aber keineswegs den Gesamteindruck eines unterhaltsamen, originellen Vampir-Romans der etwas anderen Art. Skeptiker sollten sich auch vom schmalzigen Titelbild nicht abschrecken lassen, das im Gegensatz zum Roman recht genretypisch ist. Jack Fleming ist auf jeden Fall einen Blick wert und ich freue mich auf seine weiteren Abenteuer!