Trashige Helden-Fantasy-Spaß-Action in den Traumlanden.
So könnte man diesen Roman bzw. die ganze Reihe (insgesamt ein Vierteiler) wohl zusammenfassend recht treffend bezeichnen, und das noch nicht mal abwertend! Zwar ist mir auch hier der erste Band entgangen, er wurde aber von einem anderen Rezensenten auf der CW-Webseite vorgestellt. Es bereitet keine Probleme, sich auch ohne Vorkenntnisse in das neue Abenteuer von David Hero und Eldin, dem Wanderer einzulesen. Kein Wunder, ist die Geschichte doch auch relativ simpel gestrickt und in sich weitgehend abgeschlossen!
David und Eldin sind zwei Träumer der Wachen Welt, die von dieser jedoch abgeschnitten sind und fortan auf ewig (?) die Traumlande durchstreifen, welche wir beispielsweise aus den Geschichten Lovecrafts kennen. Beides sind Helden par excellence, auf gewisse Weise verwandt mit Leuten wie Cohen, dem Barbar von Pratchetts Scheibenwelt - Klischees, die sich aber auch selbst nicht ernst nehmen und mitunter seufzend akzeptieren, nun mal Helden zu sein.
Allerdings auch Gauner und Diebe, trotz aller Heldentaten, die sie im ersten Band auch vollbracht haben mochten - denn schon gleich zu Anfang werden sie wegen diverser "Kleinigkeiten" aufgegriffen und angeklagt. Wie Helden so sind, lassen sie sich eine Verbannung nicht gern gefallen, vor allem wenn sie in eine lebensbedrohliche Wüste ohne Ausrüstung führt. So gelangen David und Eldin auf Umwegen in die Wolkenstadt König Kuranes' und müssen auch dort betonen, dass sie trotz aller Missetaten eigentlich die größten Helden der Traumlande sind. Der hat dann auch gleich einen Auftrag für sie - Zura, die Herrscherin einer Armee von Untoten bedroht die Wolkenstadt mit einem grünen Gas, welches die Wolkenschiffe aus Kuranes' Flotte zum Absturz bringt - und möglicherweise gar die Stadt selbst in Gefahr bringen könnte. So müssen sich David und Eldin wieder einmal beweisen, unter anderem in der Unterwelt, bedroht von den widerlichen Dhole und anderem Gezeugs, das sie jedoch nicht davon abhält, am Ende wieder einmal mit allen Ehren und Geschenken überhäuft als Helden dazustehen. Was nicht lange anhält, denn die beiden haben ein Talent dafür, mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen und so endet der Roman fast, wie er begonnen hat - mit Schwierigkeiten!
Ein Lumley, der wirklich mal Spaß macht - wer hätte das gedacht? Die ganze Story ist so herrlich selbstironisch und überzogen, dass man sie wirklich zu keiner Sekunde ernst nehmen kann und sollte. Wie in einer Parade verwurstet Lumley dabei alles, was wir so aus den Traumlanden kennen, vermischt es mit gängigen Fantasy-Klischees und versieht die Geschichte mit einem angemessen zügigen Tempo. Und er macht es genau richtig so, denn hätte er diese ganze Geschichte versucht mit Ernsthaftigkeit zu inszenieren, wäre wohl nicht etwas so Unterhaltsames herausgekommen.
Ausnahmsweise also mal ein Lumley, den man wirklich empfehlen kann, sofern der Leser sich mit der Prämisse dieser Reihe (siehe meinen ersten Satz ganz oben) anzufreunden in der Lage sieht. Nur ein besseres Korrektorat würde dem Festa-Verlag gut zu Gesicht stehen, gerade in diesem Band sind doch einige "Klopfer" dabei.