Etwas anders hätte sich Sam das Wiedersehen mit seiner Jugendliebe Cat wohl schon vorgestellt - eines späten Abends steht sie vor seiner Tür und bittet ihn um Hilfe bei einem recht ungewöhnlichen Problem. Cat wird regelmäßig von dem Vampir Elliott heimgesucht, den sie einst engagierte (ohne zu wissen dass er ein Blutsauger ist), um ihren brutalen Ehemann zu ermorden. Seitdem gibt sie ihm Nacht für Nacht von ihrem Blut, doch das soll jetzt ein Ende haben. Das blutige Vorhaben gelingt erst einmal, doch zerfällt der gepfählte Körper keineswegs zu Staub, womit nun eine Leiche zu beseitigen wäre. Cat und Sam beschließen, ihn in den Kofferraum zu packen und in der Wüste, weit weg von jeder Zivilisation zu vergraben. Dann jedoch geht alles schief - ein platter Reifen (zerschossen?) lässt sie von der Straße abkommen, mitten im Niemandsland. Offenbar nicht allein, dem Motorradrocker Schneewittchen aka White scheint es ähnlich gegangen zu sein, allerdings wirkt er nicht sehr vertrauenerweckend. Als er dann auch noch die Leiche im Kofferraum entdeckt, wird aus dem Ganzen erst recht eine echte Horrortour, bei der Vampire das geringste Übel sind!
Ein Vampirroman, der keiner ist - könnte man sagen, und das mit Fug und Recht. Ob Elliott nun ein Vampir ist oder ein Irrer, wird nicht einmal eindeutig geklärt, und es spielt auch gar keine Rolle. Die Story ist ein wilder Road Trip, eine Mischung etwa aus Thelma & Louise und From Dusk Till Dawn (ohne Vampire allerdings). Laymon würzt diese seltsame Kombination mit reichlich Blut und Sex, und ist dabei sogar noch witzig! Jetzt wissen wir immerhin, dass Männer (ok, Frauen auch) selbst in extremsten Extremsituationen (und davon erleben Sam und Cat reichlich!) eigentlich immer nur an das Eine denken... nun ja.
Vampirjäger will nicht wirklich ernst genommen werden, ist aber auch weit weg von einer kalauernden Parodie. Der Roman macht rundherum eine Menge Spaß, ist zügig und spannend geschrieben und reißt einen sofort mit. Definitiv eines von jenen Büchern, die man am liebsten in einem Stück durchlesen möchte. Da sollte es auch den Vampir-Fan nicht stören, dass diese Blutsauger in der Geschichte eigentlich überhaupt keine Rolle spielen. Das lässt Vampirjäger gerade auch für jene interessant werden, die mit Vampiren wenig am Hut haben. Diesen Band kann man jedem Horrorfan beruhigt ans kalte Herz legen - für den Preis wird man meines Erachtens wirklich blendend unterhalten, besser sogar als in manchem "echten" Vampirroman... Würde mich freuen, wenn Festa bald mehr von Laymon brächte!