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Dreamland 3
Literatur 05.04.06

von  Ingo Ahrens

Gut 2 1/2 Jahre ist es jetzt schon her dass der zweite Band dieser auf vier Bände angelegten Reihe um die Abenteuer von David Hero und Eldin in den Traumlanden erschien. Was insofern verwundert als es sich ja nicht um "neue" Romane handelt die erst noch geschrieben werden müssten... Welche Gründe es für die langen Pausen zwischen den Veröffentlichungen auch geben mag, für den geneigten Leser sind sie durchaus ärgerlich. Immerhin jedoch sind die einzelnen Bände für sich durchaus "abgeschlossen", so dass sich der Cliffhanger-Effekt noch in Grenzen hält.

 

Ein weiteres Mal also erleben die beiden in unserer Welt gestorbenen, nun in den Traumlanden gefangenen Wachweltler ihre Abenteuer zwischen den aus Lovecrafts und Dunsanys Geschichten bekannten Personen und Kreaturen. Diesmal gehen merkwürdige Dinge mit dem Mond vor, der näher an die Traumlande heranzurücken scheint und des Nachts Tod und Vernichtung über manche Stadt bringt. Natürlich gibt es nur eine Rettung - Randolph Carter informiert Hero und Eldin, die nicht zögern, den Dingen auf den Grund zu gehen. Offensichtlich haben auch ihre altbekannten Feinde wie die Zombieprinzessin Zura mit den schrecklichen Vorgängen zu tun, die der Erweckung des entsetzlichen Mnomquah dienen – auf den bereits seine nicht minder widerwärtige Göttergattin *hrhr* Oorn wartet. Um die Schreckensherrschaft dieser *AdjektivNachWunschEinfügen* Gottheiten und den Untergang der Menschen in den Traumlanden zu verhindern müssen sich Hero und Eldin am Ende gar mit ihren alten Widersachern verbünden...

Ja, High Fantasy ist das nicht, sondern Sword & Sorcery im Stile von Conan mit etwas billigem - äh - eigentümlichem Humor versehen, darin folgt auch der dritte Band nahtlos seinen Vorgängern. An Komik mangelt es wahrlich nicht, und sie ergibt sich nicht selten aus der Dummheit der Akteure.

 

"Es riecht geradezu nach einer Falle… schon wieder. Aber es bleibt keine Zeit, uns jetzt darüber zu sorgen. Also lasst uns ans Werk schreiten! Die Mädchen befinden sich in der Kapitänskajüte!"

Forsch und unerschrocken sind sie ja, unsere Helden. Klingt ein bisschen wie Dork Tower, ist aber Lumley und wirkt manchmal wie eine Parodie. Ob das beabsichtigt ist, fällt einem schwer zu sagen, dass die Reihe durchaus auch witzig sein soll, ist immerhin klar. Die teilweise atemberaubenden – ähm - Geistesleistungen der Akteure (erwähnenswert hier auch Ula und Una) lassen einen schon das ein oder andere Mal stöhnend die Augen rollen. Vielleicht kommt diese Art von Ironie und "Verarschung" von Klischees und des Genres heutzutage nicht mehr so gut an wie zur der Zeit, als es geschrieben wurde? Mir jedenfalls gefiel dieser "Humor" nicht sonderlich, er wirkte eher störend in einer ansonsten durchaus annehmbaren, temporeichen Story. Am Ende beweist Lumley sogar, dass er doch vernünftig schreiben kann – nur Witze reißen ist nicht so richtig sein Ding.

 

Nichtsdestotrotz kein schlechtes Buch, das auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände gelesen werden kann – aber nicht muss.


Dreamland 3
Brian Lumley
Festa-Verlag 2006, 11,95 EUR
Paperback, 272 Seiten


Artikel zum Weiterlesen

Dreamland 2 - 28.06.04


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